23. Oktober 2019
AmbiEnd

Gruss vom Rande Schlands zur Mitte der Welt am Ende von Ambient zur Wende aller Zeiten.



 




17. Oktober 2019
Mini-Piano

Das Ritter Mini-Piano aus den 1930iger Jahren mit einem Zeit-Losen Move im Style der späten 1960iger – und Mikrophonierung von 1990.


 




9. September 2019
Babylon 4.0

„[…] Indem die Sprache fortwährend auf die letzten Sprossen des ihr Erreichbaren steigen musste, um, möglichst ferne von der starken Gefühlsregung, der sie ursprünglich in aller Schlichtheit zu entsprechen vermochte, das dem Gefühl Entgegengesetzte, das Reich des Gedankens zu erfassen, ist ihre Kraft durch dieses übermäßige Sichausrecken in dem kurzen Zeitraum den neueren Zivilisation erschöpft worden: so dass sie nun gerade das nicht mehr zu leisten vermag, wessentwegen sie alleine da ist: um über die einfachsten Lebensnöte die Leidenden miteinander zu verständigen. Der Mensch kann sich in seiner Not vermöge der Sprache nicht mehr zu erkennen geben, also sich nicht wahrhaft mitteilen: bei diesem dunkel gefühlten Zustande ist die Sprache überall eine Gewalt für sich geworden, welche nun wie mit Gespensterarmen die Menschen fasst und schiebt, wohin sie eigentlich nicht wollen; sobald sie miteinander sich zu verständigen und zu einem Werk zu vereinigen suchen, erfasst sie der Wahnsinn der allgemeine Begriffe, ja der reinen Wortklänge, und infolge dieser Unfähigkeit, sich mitzuteilen, tragen dann wieder die Schöpfungen ihres Gemeinsinns das Zeichen des Sich-nicht-Verstehens, insofern sie nicht den wirklichen Nöten entsprechen, sondern eben nur der Hohlheit jener gewaltherrscherischen Worte und Begriffe: so nimmt die Menschheit zu allen ihren Leiden auch noch das Leiden der Konvention hinzu, das heisst des Übereinkommens in Worten und Handlungen ohne ein Übereinkommen des Gefühls. […]“

 

In: Friedrich Nietzsche, Unzeitgemäße Betrachtungen, viertes Stück: Richard Wagner in Bayreuth, Teil 5, Absatz 2. Basel, 1876,


 




27. August 2019
Wanderlied 7.1

Ein altes Lied, für vier Hände neu gesetzt. Gesamttext hier erhältlich.



 




5. Juni 2019
Leonardos Planeten-Party

„[…] Das Fest beginnt mit Vorführungen, Tänzen, einem Maskenzug, einem türkischen Reiteraufzug. Ein Gewölbe aus Pflanzen verhüllt die Saaldecke. Gemalte Tafeln zeigen Episoden der alten Geschichte und „viele edle Taten“ der Sforza. Schlag Mitternacht tritt Ludovico als Orientale verkleidet auf und gebietet der Musik Einhalt. Der Vorhang öffnet sich und gibt den Blick auf eine riesige Halbkugel frei, die das Himmelszelt darstellt „eine Art halbes Ei“, schreibt Trotti, der Botschafter Ferraras, „innen ganz mit Gold ausgelegt, wo zahlreiche Fackeln die Sterne imitieren, und mit Nischen versehen, in welche die sieben Planeten ihrem Rang entsprechend aufgestellt waren. Am Rande dieses Halb-Eis, hinter einer Glasscheibe und von Fackeln erleuchtet, waren die zwölf Zeichen des Tierkreises zu sehen, die ein wunderbares Schauspiel boten.“ Die von Schauspielern dargestellten „und nach der Beschreibung der Dichter kostümierten“ Planeten drehen sich langsam auf ihren Bahnen, während sich „zahlreiche Melodien und sanfte harmonische Gesänge“ erheben, welche den Lärm des unsichtbaren Mechanismus übertönen. […] “

 

In: Leonardo da Vinci, Rororo, Hbg 1995, S.264: „


 




16. April 2019
SuperKamiokande

Neutrinos, watch out your steps!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild: icrr



 




5. März 2019
Real Artists

…ist der Ruf erst ruiniert…



 




28. Januar 2019
Sonic Sleep Over

Einige Echoes mit dem rauschenden Leslie zum CTM-Vospiel von Jutta Ravenna im ACUD-Studio und Special Performance von Chino Shuichi.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Suzanne Feldman



 




1. Januar 2019
Odd & New Haircut

Vieles bleibt oft eine Frage nur, der richtigen Frisur



 




24. Dezember 2018
Black Music

Diese Miniatur braucht nur schwarze Tasten, ist echte Negermusik..


 




20. Dezember 2018
Errant Sound

Elektronische Musik mit Jutta Ravenna an den Leslie-Lautsprechern.

 

„Overhead the albatross
Hangs motionless upon the air
And deep beneath the rolling waves
In labyrinths of coral caves

An echo of a distant time..“

 

 

 

 

 

 

 

 

Sounds & Lyrics: Pink Floyd

Foto: Vanilla



 




9. November 2018
70 Annés de la Nausee

[…] „Man darf sie [die Städte] nicht verlassen. Wenn man sich zu weit hinauswagt, trifft man auf den Vegetationsring. Die Vegetation ist kilometerweise auf die Städte zugekrochen. Sie wartet. Wenn die Stadt tot ist, wird die Vegetation in sie eindringen, sie wird die Steine überwuchern, wird sie umklammern, sie von innen aushöhlen, wird sie mit langen, schwarzen Zungen sprengen; sie wird die Löcher verstopfen und überall grüne Pfoten herunterhängen lassen. Man muss in den Städten bleiben, solange sie lebendig sind, man darf nicht alleine unter diese dichte Behaarung dringen, die vor den Toren ist: man muss sie ohne Zeugen wallen und knacken lassen. In den Städten, wenn man sich darauf einzurichten, die Stunden zu wählen versteht, wo die Tiere verdauen oder schlafen, in ihren Löchern, hinter Haufen organischer Abfalls – trifft man fast nur Minerale, das am wenigsten Erschreckende des Existierenden.“ (S 244f)

[…]

 

Listen to:  Ethel Waters „Some of these days“ (1927)

 

[…]

„Städte verfügen nur über einen einzigen Tag, der völlig gleich an jedem Morgen wiederkehrt. Kaum, dass man ihn an den Sonntagen etwas herausputzt. Diese Idioten. Es geht mir gegen den Strich, zu denken, dass ich ihre festen und saturierten Gesichter wiedersehen werde. Sie machen Gesetze, sie schreiben populistische Romane, sie verheiraten sich sie haben die maßlose Dummheit, Kinder zu machen. Unterdessen hat sich die große, verschwommene Natur in ihre Stadt eingeschlichen, sie ist überall eingesickert, in ihre Häuser, in ihre Büros in sie selbst. Sie rührt sich nicht, sie verhält sich still, und sie, sie sind mittendrin, sie atmen sie ein und sehen sie nicht, sie bilden sich ein, sie sei draußen, zwanzig Meilen von der Stadt entfernt. Ich sehe sie, diese Natur, ich SEHE sie… Ich weiss, dass ihr Gehorsam Trägheit ist, ich weiss, dass sie keine Gesetze hat: was sie für Beständigkeit halten… Sie hat nur Gewohnheiten und kann diese morgen ändern.“ […] (S 248f)

Jean-Paul Sartre: Der Ekel, 1938 (RoRo TB 51.Auf. 2007, Übers. 1981)

Audio: Alexandra „Mein Freund der Baum“  (1968)


 




2. Oktober 2018
Osmotic Live

Endlich eingetroffen: Mitschnitt aus Bern mit OsmO.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Pascal Greuter, CH



 




11. September 2018
Massenmedien lügen nicht.

„Machiavelli: […] Heutzutage handelt es sich bei der Ausübung der Regierungsgewalt nicht mehr darum, gewalttätige Rechtsbrüche zu begehen, seinen Feinden den Kopf abzuschlagen, seine Untertanen auszuplündern und sie ihres Eigentums zu berauben, möglichst viele hinzurichten. Nein, der Tod, die Plünderung und die körperlichen Folterqualen können heute nur noch eine ziemlich untergeordnete Rolle in der innerern Politik moderner Staaten bilden.

Montesquieu: Glücklicherweise. […]

Machiavelli: Es handelt sich heutzutage weniger darum, die Menschen zu vergewaltigen, als darum, sie zu entwaffnen, ihre politischen Leidenschaften einzudämmen, als sie ganz auszulöschen, nicht darum, ihre Instinkte zu bekämpfen, als sie irrezuleiten, nicht ihre Ideen in Acht und Bann zu tun, als vielmehr darum, sie in eine andere Richtung zu lenken, und zwar dadurch, daß man sie sich aneignet.

Montesquieu: Und wie meinen Sie das? Ich vestehe das nicht.

Machiavelli: […] Das Hauptgeheimnis der Regierungskunst besteht darin, den öffentlichen Geist zu schwächen, und zwar so sehr, daß er sich nicht mehr für die Ideen und Prinzipien interessiert, mit denen man heute die Revolutionen macht. Zu allen Zeiten haben sich die Völker und ebenso die einzelnen Menschen an Worte gewöhnt. Der Schein genügt ihnen fast immer. Sie wollen gar nicht mehr. […] Man muß das Talent haben, sich von allen Parteien die freiheitlichen Redensarten anzueignen, die sei als Waffen gegen die Regierung brauchen. Man muß die Völker damit füttern bis zum Überdruß. Heute spricht man so oft von der Macht der öffentlichen Meinung. Ich werde Ihnen zeigen, dass man diese öffentliche Meinung dazu bringen kann, all das auszusprechen, was man selbst will, wenn man nur die verborgenen Triebfedern dieser Macht kennt. Aber ehe man daran denken kann, die öffentliche Meinung zu lenken, muß man sie verwirren, sie durch verblüffende Widersprüche unsicher machen, durch unaufhörliche Ablenkungen auf sie einwirken, sie durch alle möglichen Sensationen blenden und sie unmerklich vom rechten Wege abbringen. Eines der großen Geheimnisse unserer Zeit ist es, sich der Vorurteile und Leidenschaften des Volkes so zu bedienen, dass man eine Verwirrung der Grundsätze herbeiführt, die jede Verständigung zwischen Menschen, die dieselbe Sprache sprechen und dieselben Interessen haben, unmöglich macht.

Montesquieu: Wo wollen Sie mit diesen Worten hinaus, deren dunkler Sinn etwas Schreckliches ahnen läßt?

Machiavelli: Wenn der brave Montesquieu das moralische Gefühl an die Stelle der Politik setzen will, dann muss ich hier aufhören. […]“

 

In: „Dialogue aux enfers …“, von Marice Joly. um 1864. Übers.:  Hans Leisegang, Dtv 1968 (dt: Macht contra Vernunft), S. 57ff.

 

Dieses Streitgespräch um „das begriffslose Werden eines [neuen] Bewußsteins“ (J.C.Horn) mit der fatalen Niederlage Montesquieues brachte seinem Verfasser 18 Monate Gefängnis und sozialen Ruin ein. Der Text wurde dann um 1900 von anonymen Schreibern mit dem Titel „Protokolle der Weisen von Zion“ teils abgeschrieben, teils paraphrasiert, verdreht und so schließlich im Umfeld der Hitler-Goebbels-Bande zum Bestseller und damit zu einer der Grundlagen der Holocaust-Ideologie. Ihre braune Propaganda-Sauce hat sie immerhin – ganz im Gegensatz zum bunt-verblödenden Infotainmentbrei unserer „öffentlich-rechtlichen“ Medien von heute – nicht auch noch durch eine Kopfsteuer finanziert…


 




8. August 2018
Lost in Pankow

Review mit Jutta Ravenna auf der Suche nach dem ewigen Klang.

 

 

„La culture ne sauve rien ni personne, elle ne justifie pas. Mais c’est un produit d’homme: il s’y projette, s’y reconnaît, seul ce mirroir critique lui offre son image.“ In etwa: Kultur kann nichts und niemanden retten, sie rechtfertigt auch nicht. Und doch ist sie ein Produkt des Menschen: darin projiziert er sich, erkennt er sich wieder, und nur dieser kritische Spiegel offenbart ihm sein ganzes Bild.

 

Jean-Paul Sartre: Les Mots, Paris 1964

 

 

VideoSnap: Angela Christlieb