28. Januar 2019
Artists

ist der ruf erst ruiniert, ..



 




28. Januar 2019
Buddelismus

Berlin hat nicht nur seine Filmfestspiele und gilt als Trashtown, sondern hier wird vermehrt auch eine der derzeit wohl weltweit tolerantesten Weltanschauungen praktiziert: Der Buddelismus. Aus gegebenem Anlass sei hier mein 2013 auf der österreichischen Intelligenzia-Plattform Stupipedia publiziertes Manifest im Original wiedergegeben..

 

Der Buddelismus ist eine Religionsgemeinschaft, deren Lehre im Gegensatz zu den bleibenden Werten anderer Religionen, wie etwa des Bibateismus vollständig auf das Sein im Provisorium aufgebaut ist. Die Mitglieder dieser spirituellen Gemeinschaft sind dadurch gekennzeichnet, dass sie weder voneinander wissen, noch sich in irgendeiner Form zusammenzuschließen trachten. Und doch verbindet die Gemeinde der Buddelisten eine ganze Reihe gemeinsamer Merkmale, welche sich um den Akt des Buddelns gruppieren. Ein eigentlicher Religionsstifter ist nicht bekannt. Der Buddelismus ist zur Zeit besonders häufig in Berlin/Germany anzutreffen, was sich dort auf lokaltypische Weise im Glaubenssatz „Ick Buddel, also bin ick“ ausgeprägt hat.

 

Das ungemein Vorteilhafte dieser Religion besteht in der weltweit fast unbegrenzten Verfügbarkeit von Kultstätten. So kann bereits die kleinste Baugrube, etwa in Form einer ausgebuddelten Wasserleitung an einer Seitenstraße die komplette Dimension eines sakralen Ortes bekommen. Dessen wesentlichen Merkmale bestehen in der Trinität des aufgerissenen Leibes der Erde und den daraus sich anbietenden Einblicken in die Tiefen des Daseins im Spannungsfeld von Werden und Vergehen, des dazu liebevoll in mannigfaltigster Form aufgebauten Absperrungswerkes und des heiligen, sich der Trivialität jeglichen alltäglich-allgemeinen Verkehrsflusses widersetzenden, sanft um den Tempel herum geführten Umleitungswesens. Fernab von dieser Dreieinigkeit bilden sich in verschiedenen Kulturkreisen im Bereich der Artefakte individuelle Erscheinungsformen im Umkreis von verehrten Gegenständen heraus. Hier ist hier etwa das Schild zu nennen, welches auf die Kultstätte hinweist und gerne den buddelistischen Priester beim Spatenstich abbildet.

 

Eine ganz besondere Situation entsteht für buddelistischen NovizInnen schließlich beim Zusammenprall, oder besser: -klang unterschiedlicher Tempel auf engstem Raum. Hier entwickelt sich dann auch für religionsresistenteste Menschen das Bedürftnis, sich im Lichte der Dreiheit von Grube, Lattenzaun und heiliger Umleitung dem buddelistischen Hauptmantra hinzugeben:

 

„Denn der Umweg, der ist das Ziel.“

 

 

(Bildquelle: Stupipedia)



 




22. Januar 2019
Sonic Sleep Over

Am Leslie zum CTM-Vospiel mit Jutta Ravenna im ACUD-Studio

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Suzanne Feldman



 




18. Januar 2019
Neues vom Polarkreis

Podcast über Lawinengefahr an isländischen Fjorden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild: Krr

Audio: Fjj, Krr



 




6. Januar 2019
Odd & New Haircut

Vieles bleibt oft eine Frage nur, der richtigen Frisur



 




24. Dezember 2018
Black Music

Diese Miniatur braucht nur schwarze Tasten, ist echte Negermusik..


 




20. Dezember 2018
Errant Sound

Elektronische Musik mit Jutta Ravenna an den Leslie-Lautsprechern.

 

„Overhead the albatross
Hangs motionless upon the air
And deep beneath the rolling waves
In labyrinths of coral caves

An echo of a distant time..“

 

 

 

 

 

 

 

 

Sounds & Lyrics: Pink Floyd

Foto: Vanilla



 




19. Dezember 2018
70 Annés de la Nausee

[…] „Man darf sie [die Städte] nicht verlassen. Wenn man sich zu weit hinauswagt, trifft man auf den Vegetationsring. Die Vegetation ist kilometerweise auf die Städte zugekrochen. Sie wartet. Wenn die Stadt tot ist, wird die Vegetation in sie eindringen, sie wird die Steine überwuchern, wird sie umklammern, sie von innen aushöhlen, wird sie mit langen, schwarzen Zungen sprengen; sie wird die Löcher verstopfen und überall grüne Pfoten herunterhängen lassen. Man muss in den Städten bleiben, solange sie lebendig sind, man darf nicht alleine unter diese dichte Behaarung dringen, die vor den Toren ist: man muss sie ohne Zeugen wallen und knacken lassen. In den Städten, wenn man sich darauf einzurichten, die Stunden zu wählen versteht, wo die Tiere verdauen oder schlafen, in ihren Löchern, hinter Haufen organischer Abfalls – trifft man fast nur Minerale, das am wenigsten Erschreckende des Existierenden.“ (S 244f)

[…]

 

Listen to:  Ethel Waters „Some of these days“ (1927)

 

[…]

„Städte verfügen nur über einen einzigen Tag, der völlig gleich an jedem Morgen wiederkehrt. Kaum, dass man ihn an den Sonntagen etwas herausputzt. Diese Idioten. Es geht mir gegen den Strich, zu denken, dass ich ihre festen und saturierten Gesichter wiedersehen werde. Sie machen Gesetze, sie schreiben populistische Romane, sie verheiraten sich sie haben die maßlose Dummheit, Kinder zu machen. Unterdessen hat sich die große, verschwommene Natur in ihre Stadt eingeschlichen, sie ist überall eingesickert, in ihre Häuser, in ihre Büros in sie selbst. Sie rührt sich nicht, sie verhält sich still, und sie, sie sind mittendrin, sie atmen sie ein und sehen sie nicht, sie bilden sich ein, sie sei draußen, zwanzig Meilen von der Stadt entfernt. Ich sehe sie, diese Natur, ich SEHE sie… Ich weiss, dass ihr Gehorsam Trägheit ist, ich weiss, dass sie keine Gesetze hat: was sie für Beständigkeit halten… Sie hat nur Gewohnheiten und kann diese morgen ändern.“ […] (S 248f)

Jean-Paul Sartre: Der Ekel, 1938 (RoRo TB 51.Auf. 2007, Übers. 1981)

Audio: Alexandra „Mein Freund der Baum“  (1968)


 




11. September 2018
Isabelle

„Warum sind nicht alle Menschen einfach glücklich, Rudolf?“ flüstert sie.

„Das weiß ich nicht. Vielleicht, weil Gott sich sonst langweilen würde.“

„Nein“, sagt sie rasch, „nicht deshalb.“

„Warum denn?“

„Weil er Angst hat.“

„Angst? Wovor?“

„Wenn alle glücklich wären, brauchte man keinen Gott mehr.“

 

 

aus Erich Maria Remarque, Der schwarze Obelisk (1956)

 

 

Bild: Vanilla, HH-Hauptbahnhof



 




24. August 2018
Osmotic Live

Endlich eingetroffen: Mitschnitt aus Bern mit OsmO.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Pascal Greuter, CH



 




20. Juli 2018
Massenmedien lügen nicht.

„Machiavelli: […] Heutzutage handelt es sich bei der Ausübung der Regierungsgewalt nicht mehr darum, gewalttätige Rechtsbrüche zu begehen, seinen Feinden den Kopf abzuschlagen, seine Untertanen auszuplündern und sie ihres Eigentums zu berauben, möglichst viele hinzurichten. Nein, der Tod,die Plünderung und die körperlichen Folterqualen können heute nur noch eine ziemlich untergeordnete Rolle in der innerern Politik moderner Staaten bilden.

Montesquieu: Glücklicherweise. […]

Machiavelli: Es handelt sich heutzutage weniger darum, die Menschen zu vergewaltigen, als darum, sie zu entwaffnen, ihre politischen Leidenschaften einzudämmen, als sie ganz auszulöschen, nicht darum, ihre Instinkte zu bekämpfen, als sie irrezuleiten, nicht ihre Ideen in Acht und Bann zu tun, als vielmehr darum, sie in eine andere Richtung zu lenken, und zwar dadurch, daß man sie sich aneignet.

Montesquieu: Und wie meinen Sie das? Ich vestehe das nicht.

Machiavelli: […] Das Hauptgeheimnis der Regierungskunst besteht darin, den öffentlichen Geist zu schwächen, und zwar so sehr, daß er sich nicht mehr für die Ideen und Prinzipien interessiert, mit denen man heute die Revolutionen macht. Zu allen Zeiten haben sich die Völker und ebenso die einzelnen Menschen an Worte gewöhnt. Der Schein genügt ihnen fast immer. Sie wollen gar nicht mehr. […] Man muß das Talent haben, sich von allen Parteien die freiheitlichen Redensarten anzueignen, die sei als Waffen gegen die Regierung brauchen. Man muß die Völker damit füttern bis zum Überdruß. Heute spricht man so oft von der Macht der öffentlichen Meinung. Ich werde Ihnen zeigen, dass man diese öffentliche Meinung dazu bringen kann, all das auszusprechen, was man selbst will, wenn man nur die verborgenen Triebfedern dieser Macht kennt. Aber ehe man daran denken kann, die öffentliche Meinung zu lenken, muß man sie verwirren, sie durch verblüffende Widersprüche unsicher machen, durch unaufhörliche Ablenkungen auf sie einwirken, sie durch alle möglichen Sensationen blenden und sie unmerklich vom rechten Wege abbringen. Eines der großen Geheimnisse unserer Zeit ist es, sich der Vorurteile und Leidenschaften des Volkes so zu bedienen, dass man eine Verwirrung der Grundsätze herbeiführt, die jede Verständigung zwischen Menschen, die dieselbe Sprache sprechen und dieselben Interessen haben, unmöglich macht.

Montesquieu: Wo wollen Sie mit diesen Worten hinaus, deren dunkler Sinn etwas Schreckliches ahnen läßt?

Machiavelli: Wenn der brave Montesquieu das moralische Gefühl an die Stelle der Politik setzen will, dann muss ich hier aufhören. […]“

 

In: „Dialogue aux enfers …“, von Marice Joly. um 1864. Übers.:  Hans Leisegang, Dtv 1968 (dt: Macht contra Vernunft), S. 57ff.

 

Dieses Streitgespräch um „das begriffslose Werden eines [neuen] Bewußsteins“ (J.C.Horn) mit der fatalen Niederlage Montesquieues brachte seinem Verfasser 18 Monate Gefängnis und sozialen Ruin ein. Der Text wurde dann um 1900 von anonymen Schreibern mit dem Titel „Protokolle der Weisen von Zion“ teils abgeschrieben, teils paraphrasiert, verdreht und so schließlich im Umfeld der Hitler-Goebbels-Bande zum Bestseller und damit zu einer der Grundlagen der Holocaust-Ideologie.

Pikantes Detail: Die Nazis haben immerhin ihre braune Propaganda-Sauce, ganz im Gegensatz zu unserem heutigen bunt-verblödenden Infotainmentbrei der „öffentlich-rechtlichen Medien“, nicht auch noch durch eine Zwangsabgabe, also einer Art eine Kopfsteuer finanziert…


 




18. Juni 2018
OSMO



 




29. Mai 2018
Albanello

video: albanello


 




16. Februar 2018
Lost in Pankow

Zusammen mit Jutta Ravenna auf der Suche nach dem ewigen Klang.

 

 

„La culture ne sauve rien ni personne, elle ne justifie pas. Mais c’est un produit d’homme: il s’y projette, s’y reconnaît, seul ce mirroir critique lui offre son image.“ In etwa: Kultur kann nichts und niemanden retten, sie rechtfertigt auch nicht. Und doch ist sie ein Produkt des Menschen: darin projiziert er sich, erkennt er sich wieder, und nur dieser kritische Spiegel offenbart ihm sein ganzes Bild.

 

Jean-Paul Sartre: Les Mots, Paris 1964

 

 

VideoSnap: Angela Christlieb



 




9. Januar 2018
Soup of the Day Total

Zum Jahresbeginn wieder aufgetaucht: Soundcloud Playlist mit 36 Bearbeitungen der beliebten Soup of the Day Piano-Miniaturen