29. Juni 2021
N°1, Satz 2, Bearb.

Der leicht überarbeitete 2. Satz meiner Ersten, neu digital ausgespielt zur Vorbereitung einer Liveversion mit Babylon-Kinorchester.



 




17. Juni 2021
NOM

Harald Bluechels neuste Produktion nach seinem Neustart am Piano Solo ist erschienen. Ich habe ihm über Jahre editorisch, pianistisch und kompositorisch und zur Seite gestanden. Was zum hören und – staunen.



 




10. Juni 2021
Brian Agro Ed.II

Nach endloser Korrektur- und Redaktionsarbeit endlich geschafft: die zweite Auflage von Brian Agros „Poems & Preludes“ liegt aufm Klavier!



 




9. Juni 2021
Albanello aka OYMOZ

Brand New, nach fast zwei Jahren Produktion: Antonio Albanellos neustes Mammutwerk „Breed„, bei welchem ich als Co-Komponist und Kumpel einige Hebammendienste leisten durfte. Man beachte im Verlauf seines Videos im Blair Witch-Project-Style die prophetischen Masken im Hintergrund. Es lebe die dystopische Kunst der Wohlstandsaffenbande!



 




29. Mai 2021
Im Park

35 jähriges Jubiläum meiner Konzertinstallation für vier Töne, drei Chöre, zwei Dirigenten und einen stehenden Klang aus dem Jahre 1986, frisch partiturisiert und digital aufgelegt zu Pfingsten 2021.



 




12. April 2021
Off-Tone-Music

3 Sessions vom März 2021 mit Shuichi Chino, aufgenommen in Berlin.

.

N°1 ist eine 6-teilige Suite für zwei Masterkeyboards mit in zwanzig geichen Stufen gestimmtem Tonsystem und antikem Klaviersound.

.

Bei N°2 & 3 sitzt Chino am perfekt temperiert gestimmten Flügel und ich spiele per Keyboard Vibraphon, gestimmt im 20-Tonsystem. 


 




11. April 2021
Postpunkspacejazzz

One-man freestyle performance for computer, drums, guitar, piano & accordion. Based on 7 sec loop-extract from a terrific ambient track by Maru. All instruments played at once live real time. No editing: 1 loop and 1 musical multiple-personality on 2 tracks. It’s so Hunger & Trunk.


 




5. April 2021
Kosmischer Tatbestand

Aus einem Buch, das ich in diese Nächte in Berlin auf der Straße fand:

.

„So verwunderlich es dem vorwissenschaftlichen Menschen vorkommen mag, daß die Philosophie soviel Aufhebens macht von dem – angesichts der ungeheuren Größe des Weltalls – so winzigen Bewußtsein, das, wie man meint. nur in Menschenköpfen existiert, so bleibt dennoch die Tatsache, daß der Mensch um die größe dieses Weltalls nur durch dieses kleine Bewußtsein weiß, und daß, so gering und begrenzt es sein mag, das menschliche Bewußtsein doch zur Welt gehört, also daß es darum schon eine kosmische Tatsache ist.
Denn selbst wenn wirklich nur auf unserer kleinen Erde bewußte Wesen im gesamten Weltall existierten und selbst auf der Erde nur seit einigen Jahrhunderttausenden und vielleicht auch in der Zukunft nicht länger, ja selbst wenn es auf der Erde nur einen einzigen Menschen gäbe, der Bewußtsein hätte, trotzdem wäre dann das Bewußstsein ein kosmischer Tatbestand: denn damit gäbe es doch in der Welt Bewußssein und wenigstens in diesem einen Menschen wäre zugleich die Welt wissend und, wenn auch nur in groben Umrissen „gewusst“, Gegenstand des Bewußtseins.“

(Richard Müller-Freienfels: Der Mensch und das Universum. Mitgl. Volksverband Bücherfreunde, Wegweiser-Verlag Berlin, 1949, S. 81)

.

Was ich an dem Text spannend finde, ist der spielerische Umgang mit Terminologie beim (aus heutiger Sicht beinahe rührenden) Versuch der Mystifizierung eines doch eher hausbackenen Atheismus. Typisches Machwerk eines deutschen Bürgers seiner Zeit. Laut Wikipedia war er in der NSDAP, wurde aber wegen „jüdischer Versippung“ entlassen. Was ihm dann später den Kopf gerettet hat – wie so vielen anderen auch.



 




31. März 2021
ESC ’21

My Wettbewerbsbeitragsvorschlag für den EU Song Contest 2021


 




7. März 2021
Steppenwolf meets Mozart

Wiederentdeckt: Ein Buch für Allah und Kain.

.

Er hob die Hände, als dirigiert er, und ein Mond oder sonst ein bleiches Gestirn ging irgendwo auf, über die Brüstung blickte ich in unmeßbare Raumtiefen, Nebel und Wolken zogen darin, Gebirge dämmerten und Meergestade, unter uns dehnte sich weltenweit eine wüstenähnliche Ebene. In dieser Ebene sahen wir einen ehrwürdig aussehenden alten Herrn mit langem Barte, der mit wehmütigem Gesicht einen gewaltigen Zug von einigen zehntausend schwarzgekleideten Männern anführte. Es sah betrübt und hoffnungslos aus, und Mozart sagte:
„Sehen Sie, das ist Brahms. Er strebt nach der Erlösung, aber damit hat es noch eine gute Weile.“
Ich erfuhr, daß die schwarzen Tausende alle die Spieler jener Stimmen und Noten waren, welche nach göttlichem Urteil in seinen Partituren überflüssig gewesen wären.
„Zu dick instrumentiert, zuviel Material vergeudet“, nickte Mozart.
Und gleich darauf sahen wir an der Spitze eines ebenso großen Heeres Richard Wagner marschieren und fühlten, wie die schweren Tausende an ihm zogen und sogen; müde mit Duldnerschritten sahen wir auch ihn sich schleppen.
„In meiner Jugendzeit“, bemerkte ich traurig, galten diese beiden Musikanten für die denkbar größten Gegensätze.“
Mozart lachte.
„Ja, das ist immer so. Aus einiger Entfernung gesehen, pflegen solche Gegensätze einander immer ähnlicher zu werden. Das dicke Instrumentieren war übrigens weder Wagners noch Brahms‘ persönlicher Fehler, es war ein Irrtum ihrer Zeit.“

.

Hermann Hesse, Der Steppenwolf, 1927 (Suhrkamp TB 1975 S 263 ff)

.

Bild: Vanilla (Flur im Immanuel Klinikum Wannsee, Architekt: Legiehn)


 




18. Februar 2021
Retro Total: Frog 1981

Zum 40. Jubiläum anbei 7 Titel in Suite des Rockjazz Quintetts „Frog“ mit Mich Meister, Jüre Walter, Beat Roschi, Daniel Moyer und myself in einer Kopie ab Musik-Kassette. Eine Live-Aufnahme im Proberaum durch Stefan Weber, gemastert 2004 in Berlin von Peter Radakovic. Ein Stück echter Schweizer Folklore aus den wilden 1980iger Jahren.



 




27. Januar 2021
Memento Rick Wright

Einer der Passagiere die ich auf dem Totenschiff angetroffen habe, ist der unsterbliche Keyboarder von Pink Floyd. In memoria anbei ein kleines Ständchen, vorgetragen auf meinem moderierten Berner Klavier.



 




23. Januar 2021
Totenschiff

Vor der Erleuchtung Wasser tragen, Holz hacken –

nach der Erleuchtung Holz hacken, Wasser tragen.

.

.

Uncut & unedited Version 45min here


 




18. Januar 2021
Lost in M-Ocean

und wieder einmal eine Bearbeitung des alten Titels, quick n’dirty



 




7. Januar 2021
Am Tage

Kühle Nebelschwaden vertreiben die Gespenster der Nacht


 




6. Januar 2021
Nachtstück

für alle und keinen


 




6. Januar 2021
Der Durchblick

Mit einem Werk von Monika Schuh zum Neuen Jahr voller Hoffnung.



 




1. Januar 2021
Soumission de son

Wollt Ihr aber einen Eindruck genießen, den euch die neue Stadt nimmer mehr geben kann, so stellt euch vor, ihr stieget am Morgen eines großen Festes, eines Ostertages oder Pfingsttages, auf einen hohen, alles beherrschenden Punkt, um dem Erwachen des Festgeläuts zu lauschen. Der Himmel weckt es auf; denn im Augenblick, da die Sonne emportaucht, geht ein Zittern durch all die unzähligen Kirchen. Ein leises Anklingen zieht von der einen zur anderen, wie das Zeichen, das sich die Musikanten geben, wenn das Stück beginnen soll.
Da seht ihr plötzlich – denn es gibt Augenblicke, wo das Ohr zu sehen vermeint –, wie sich aus jedem Turm, einer Rauchsäule gleich, die Töne lösen. Die Klangwellen jedes Turmes steigen, zuerst getrennt von den anderen, senkrecht und rein in den lichten Morgenhimmel hinauf. Im Anschwellen aber mischen sie sich, verschmelzen miteinander und verlieren sich im herrlichen Zusammenklang. Jetzt flutet, wogt und wirbelt über der Stadt eine einzige große Schallwelle, die unaufhörlich aus den zahllosen Glockentürmen quillt und ihre betäubenden Schwingungen weit über den Horizont hinaus schickt. Dieses Meer des Wohlklangs aber ist kein Chaos. Sei es auch noch so groß und tief, seine Durchsichtigkeit hat es nicht verloren.
Ihr seht, wie jede Tonreihe sich dahinschlängelt; ihr könnt die grelle und die dunkle Stimme der hohen und der tiefen Glocke in ihrem Zwiegespräch unterscheiden; ihr könnt die Oktavensprünge von einem Turm zum andern verfolgen; ihr schaut, wie sie sich leicht beflügelte, pfeifende Töne aus der silbernen Glocke emporschwingen und wie stumpfe, gebrochene Töne aus der hölzernen Glocke niederfallen. Da sind die ununterbrochen auf und niedersteigenden Tonleitern der sieben Glockentürme von Sankt Eustachjus von einem leuchtenden Zickzack heller, rasche Töne blitzartig durchkreuzt; da ist die finstere grämliche Stimme der Bastille, der tiefe Tenor des großen Louvre-Turmes, das königliche Glockenspiel mit seinen glänzenden, unermüdlichen Trillern, auf die in abgemessenen Pausen die schweren Schläge der Sturmglocke von Notre-Dame niederfallen, so dass sie Funken sprühen wie ein Amboss unter dem Hammer.
Ganz in der Tiefe des Tonmeeres aber könnt ihr undeutlich den Gesang unterscheiden, der im Inneren der Kirchen erschallt und durch die Poren ihrer widerhallenden Gewölbe hindurchdringt. – wahrlich das ist eine Oper, die zu hören sich lohnt. Am Tage spricht die Stadt, in der Nacht atmet sie, jetzt aber singt sie. Horcht den Zusammenklang alle Glocken, dem sich das Gemurmel einer halben Million Menschen, die ewigen Klagen des Flusses, die unendlichen Seufzer des Windes, das ferne ernste Rauschen der vier Wälder gesellt, die riesigen Orgeln gleich auf den Hügeln am Horizonte stehen! Sagt, ob ihr auf Erden etwas köstlicheres, freudigeres wißt als diesen Aufruhr von Klängen und Tönen, als diese Glut von Wohlklang, Als diese zehntausend erzenen Stimmen, die in steinernen Flöten von dreihundert Fuß Höhe alle auf einmal ertönen, als diese Stadt, die in ein Orchester verwandelt ist, als diese Sinfonie, die mit der Macht eines Sturmes erbraust!

.

Victor Hugo: Notre-Dame de Paris (1831), hier in der Übersetzung durch Else von Schorn, Philipp Reclam jun, Leipzig 1975, S.138 ff

.

(Bild: Bernhard Maeder)



 




24. Dezember 2020
All

Das All ist klug,
doch ohne Sinn.
Dumm sich sucht
das Menschle drin.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

(Bild: MDR )



 




11. September 2020
Loop 200928

Ein altes Lied neu interpretiert, diesmal am Schmidt & Flohr Piano / Bern